Visa run zwischen Kampot und Ha Tien – in einem Tag hin und zurück

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Visa run Ha Tien

Im Bus an der Grenze in Ha Tien

Nachdem ich mein Touristenvisum in Kambodscha schon einmal verlängert hatte musste ich das Land kurzfristig verlassen, um noch ein bisschen bleiben zu können. Das nennt man einen Visa run.

Da ich kein Strand Fan bin fiel der Trip nach Phu Quoc aus und ich versuchte es in einem Tag zu erledigen. 10 Uhr ab Kampot hin und 13:30 zurück. Ob das funktioniert konnte mir niemand mit wirklicher Sicherheit sagen und ich hatte ein bisschen Bedenken, dass es auf der Rückkehr nach Kambodscha, ohne zumindest einen Tag Aufenthalt in Vietnam, Probleme geben könnte. Versuch macht bekanntlich klug. Zur Not hatte ich einen kleinen Rucksack mit ein paar Dingen zum Übernachten dabei.

Lief alles echt easy

Abholen mit Minivan am Hotel, Umsteigen in einen größeren Bus mit 10 anderen Travellern. In der Nähe der alten Brücke in Kampot fuhr der Fahrer fast noch eine Rollerfarhrerin um, die aus dem Nichts vor dem Bus auftauchte. Nächster Stop kurz an Werkstatt, um mitten auf der Straße einen Reifen zu wechseln. Dann Tanken und Weiterfahrt. Alles Dinge, die mich nicht mehr wundern .

Bis kurz vor Kep ist die Straße ziemlich mies und holprig, was ein paar Engländerinnen auf den hinteren Plätzen in totale Verzückung versetzte. Nach Kep wurde die Straße besser, da sie zur Zeit frisch asphaltiert wird. Ansonsten ist die Fahrt echt nett mit schöner Aussicht auf die Salz- und Reisfelder und ein paar Wasserbüffel, weiße Reiher, den einen oder anderen Radfahrer und die Straße kreuzenden Hund.

Peace of mind - unbezahlbar

An der kambodschanischen Grenze stieg ein Mädel in den Bus, das in recht gutem Englisch erklärte, für einen Dollar each würde sie den „Check out“ an der Vietnamesischen Grenze ganz schnell für uns alle erledigen. Ansonsten würde es sehr lange dauern. Da ich schon einmal von Vietnam nach Kambodscha ein ziemliches Chaos erlebt hatte, in dem ich über eine Stunde in einer Menschenmenge eingepfercht war um die paar Meter Grenzübergang zu passieren, war mir das recht.

Eine Mitreisende echauffierte sich sehr, dass ein Dollar ja immerhin eine Mahlzeit oder ein Bier bedeutete. Ja, eine Rechnung, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Aber peace of mind ist halt einfach unbezahlbar. Als sie sich dann lautstark dem Gedanken an Fleisch-Sandwiches in Vietnam zuwandte, auf die sie sich wohl sehr freute, legte sich ihre Aufregung.

Grenze ha Tien Kambodscha

Grenzübergang Ha Tien

Irgendwann sagte der Busfahrer wir könnten jetzt aus dem Bus aussteigen und loslaufen Richtung vietnamesische Grenze. Alle etwas aufgeregt, da nicht klar war was uns dort erwarten würde. Dort war aber absolut nix los. Null. Keine Schlange, kein nix.

Nix los an der vietnamesischen Grenze

Fiebermessen an der vietnamesischen Grenze

Gesundheitscheck Vietnam

Dennoch mussten wir warten und dann einen „Gesundheitscheck“-Zettel ausfüllen, um zu bezeugen dass keiner aus einem anderen gesundheitsgefährdenden Land eingereist war, nicht unter Durchfall oder Fieber oder sonstigem litt. Inklusive Adresse und Ausweisnummer, die natürlich keiner im Kopf hatte. Die Pässe hatten wir ja noch nicht wieder zurück. Die Nummer hat aber auch nicht wirklich interessiert und der Zettel flog vermutlich sofort in den nächsten Mülleimer.

Danach Fieber messen. Mit einer Plastik-Laser-Pistole - siehe Bild. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob es nicht einfach nur ein Barcode Scanner war, den der Zollbeamte mir mit den Worten „37,5 C, good, you must pay one Dollar now“ zeigte, nachdem er sie kurz auf meinen Hals gerichtet hatte.

Dann zog er aus einer abgegriffenen Klarsichthülle einen ins Englische übersetzten kleinen Zettel hervor, auf dem etwas von Gesundheitscheck stand. Einen Impfpass wollte er nicht sehen. Auch sonst kein weiteres Geld. Bis 15 Tage ist die Einreise für Deutsche und ein paar andere Nationalitäten nach Vietnam seit Mitte 2016 ohne Visum möglich.Für weitere Info siehe Page der Botschaft.

Danach nochmal warten, bis die Pässe von einem weiteren vietnamesischen Officer abgestempelt wurden. Dauer insgesamt 15 Minuten. Die Gruppe der anderen aus dem Bus war nett, insofern alles ganz easy. Ach ja, die Toiletten dort sind nur im äußersten Notfall zu empfehlen.

Hürdenlauf zurück an der kambodschanischen Grenze

Dann einfach zurück zur kambodschanischen Seite laufen. Das sind nur ein paar hundert Meter. Siehe Fotos. Die sind zwischen den beiden Grenzen aufgenommen. Es ist zuerst etwas unübersichtlich, da es so viele Häuschen mit je einem Beamten gibt, der einen weiter schickt zum nächsten.

jedenfalls muss man ins größte Gebäude. Auch darin gibt es viele kleine Plexiglas-Parzellen Wirkt alles ziemlich verlassen, bis man in einen großen Raum kommt. Weitere kleine Plexiglas-Schalter erwarten einen dort mit je einem Beamten drin. Fotografieren verboten. Schade.

Einen Beamten fürs Betrachten des vietnamesischen Ausreisevisums und Ausfüllen des Einreiseformulars, einen weiteren fürs Bezahlen, der sich aber etwas bitten ließ, obwohl ich die einzige dort war zu dem Zeitpunkt. 35 Dollar fürs Visum (30 Tage) und nochmal zwei wegen fehlender Fotos. Mist, hatte es heute Morgen noch in der Hand gehabt.

Vietnam Border Ha Tien

Vietnamesische Grenze in Ha Tien

Auf Papier kann man prima Fieber messen – magic!

Dann weiter zu einem ernst dreinschauenden jungen Beamten, der ein Foto mit einer an einen Bildschirm und ein komisches Fahrgestell angeschlossenen Kamera machte. Dann winkte er mich in einen Raum, über dessen Tür „Quarantäne“ stand. Dort lag ein Impfpass als Vorlage auf einem kleinen Tisch vor den ich mich setzte und er dahinter. Keinen dabei? Ok, dann Gesundheitscheck und einen Dollar zahlen. Der Gesundheitscheck bestand wieder aus Fieber messen mit einer ähnlichen Laserpistole. Allerdings maß dieser Beamte die Temperatur des Papiers vor sich.

Ich habe keine Ahnung ob man sich gegen diese Form der Korruption wehren kann in dem man sich einfach weigert zu zahlen. Käme mal auf einen Versuch an. Da ich aber unbedingt wieder einreisen und keinen unnötigen Ärger haben wollte, habe ich das gelassen. Wenn jemand mutiger ist, würde ich mich über News freuen wie’s ausgegangen ist.

Dafür steckte er einen gelben Gesundheitsausweis in meinen Pass, den solle ich unbedingt gut aufheben. Auf dem Papier steht, dass man sich beim internationalen Reisen mit bisher unbekannten Krankheiten anstecken kann und im Falle von Fieber, Durchfall oder anderen Symptomen einen Arzt aufsuchen soll.

Kambodschanischerf grenzübergang nähe Kampot

Kambodschanische Grenze in Prek Chak

Spielcasino in Ha Tien

Vegas - Casino in Ha Tien

Dann zum nächsten Schalter, an dem ich ein weiteres Einreiseformular ausfüllte und das zugehörige Ausreiseformular in meinen Pass getackert bekam.

So, ab dafür. Beim Verlassen des Areals gibt es noch einen Grenzposten am dünnen Schlagbaum. Als der Beamte mich heranwinkte wurde ich fast von hinten von einem Motorrad angefahren. Na super. Er hatte einen halb abgegessenen Maiskolben auf seinem Schoss liegen, prüfte alle Zettel in meinem Pass gründlich und mit gewichtigem Blick dann konnte ich weitergehen zum Bus.

No tuk tuk today

Die Tuktuk Fahrer schlafen übrigens auch an der Grenze nicht. Und wollen einen alle nach Kep oder sonst wohin fahren. Der Bus wartete zum Glück noch. Ziemlich netter und entspannter Busfahrer, was solche Tripps ja immer gleich viel angenehmer macht, als wenn man so einen Grantler hat, dem jegliche Form der persönlichen Ansprache zu viel ist. Wir warteten noch auf zwei Mitfahrer, die recht bald kamen und fuhren eine halbe Stunde vor Plan los. Easy!

Nur zum Hotel zurückgebracht hat er mich danach nicht. Fahrt geht nur bis zum Office in Kampot. Naja, der Ort ist nicht so groß und geregnet hat‘s zu dem Zeitpunkt auch noch nicht. Alles ganz entspannt also. Es wird so viel über den Grenzübergang in Ha Tien (der auf kambodschanischer Seite Prek Chak heisst) im Netz eschimpft aber alles in allem lief das jetzt echt gut.

Busfahrer Kambodscha

Total gechillter Busfahrer

Ich hab mein Visum bekommen

Juhu, es hat geklappt

Bei Fragen zu Trips nach und durch Kambodscha darfst Du Dich gerne melden.

Allzeit gute Reise!

Deine Ute Schneider















































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